17Februar
2018

Zurüch Zuhause in KTM?

4 Wochen...4 Wochen haben wir in diesem kleinen Örtchen am Rande der indisch-nepalesischen Grenze verbracht. 4 wunderbare, erfahrungsreiche Wochen. 4 Wochen voller Spaß und Lernen, voller toller Menschen und guter Freunde. Eine Zeit, an die ich mich noch in Jahrzehnten gerne zurück erinnern werde! Eine Zeit voller Erlebnisse. Positive so wie Negative.?
In dieser Zeit habe ich so sonderbare Dinge gesehen und erlebt, viel gelernt und viel gelehrt.?‍?
Diese Zeit kann mir keiner mehr nehmen und ich bin so froh, sie mit Leonie und Feli gemeinsam erlebt zu haben.
Ich kann jetzt nicht nur in Perfektion ein kreisrundes Roti ausrollen, sondern auch wie ein Filmstar Autogramme geben und stundenlang für Fotos lächeln.? Wir waren so beliebt, dass jeder mit uns ein Foto machen musste! Und ich will gar nicht wissen, wie viele davon (und von den Videos, in denen wir tanzen und singen) schon auf Facebook gestellt wurden.? Die Menschen sind hier sehr mitteilungsbedürftig. Die ganze Welt soll wissen, wen sie getroffen haben und was sie erlebt haben. In gewisser Weise bin ich auch so...ich teile meine Erfahrungen, meine Reise, mit euch (denen, die es interessiert) und freue mich jetzt schon viel zu erzählen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Meine Geschwätzigkeit bin ich hier nämlich noch nicht los geworden.
Dafür weiß ich jetzt, wie man nichts tuen kann, ohne dass einem langweilig wird. Nichts tuen war nämlich eigentlich noch nie so mein Ding! Obwohl ich oft noch auf völlige Verständnislosigkeit treffe, wenn ich die Nepalesen rumsitzen sehe und genau weiß, dass sie das den größten Teil ihrer Lebenszeit machen. ?‍♀️Am Anfang meiner Nepalzeit habe ich immer gedacht sie warten auf irgendwas. Doch jetzt weiß ich, dass „enjoy“ das größte Glück ist, was man erreichen kann. „Just sit down and enjoy“, pflegte unsere Gastmutter immer zu sagen. „Setzt euch einfach und genießt.“ Genießt das Leben. Seit froh, über alles, was ihr habt und erleben dürft.
Und das habe ich getan. Ich habe zu schätzen gelernt, was Zuhause bedeutet, wie wichtig Familie und Freundschaft ist. Wie wichtig es ist, Zeit für sich zu haben, aber auch sie mit anderen zu teilen. Man muss sich auf alles einlassen können. Alles ausprobieren. Und niemals voreingenommen zu sein!
Ich werde hier jetzt vielleicht ein bisschen tiefgründig, moralisch und belehren, doch irgendwie fühlt es sich richtig an, dies alles mal raus in die Welt zu tragen.
Unsere Erfahrungen zu teilen ist nämlich auch ein wichtiger Schritt zur Bildung.
Bildung. Das war das Wort, über das ich auch viel nach gedacht habe und welches viele Diskussionen aufwirft. „Education“. Die Kinder hier lernen, wie wichtig Bildung für sie und unsere Welt ist. Und wir deutschen Schulkinder wissen gar nicht, wie gut wir es in Schulen in Deutschland haben! Ausgebildete Lehrer, beheizte Klassenräume, Tische, Stühle, Tafel, Beemer,...so etwas trafen wir in Samjahna selten an.
Die Zeit verging so unfassbar schnell und mittlerweile sind wir schon seit Donnerstag wieder in Kathmandu.?
Dieses Mal dauerte die Fahrt nur 18h, doch die ganze Nacht bekam ich kaum ein Auge zu...aber egal! Die Kids warten! Wir haben uns riesig auf das Wiedersehen gefreut und waren hochmotiviert auch im Heim jetzt wieder mehr zu bewegen.
Die letzten beiden Tagen war hier volles Programm, weil die Kinder frei hatten. ? Es ist wirklich wie nach Hause kommen, so heimisch ist das Haus der Hoffnung schon für mich geworden und die Kinder mit ans Herz gewachsen.
Jetzt sind es sogar nur noch weniger als 6 Wochen für mich...nichtmal mehr so lange, wie die Sommerferien! Das fühlt sich jetzt nach 5 Monaten so schrecklich kurz an.? Aber ich werde die verbliebene Zeit definitiv genießen!