20Januar
2018

Samjhana und nicht Bardiya

Und es hat wirklich geklappt!?
Donnerstag sind wir tatsächlich in Samjhana, einem kleinen Dorf in der Nähe von dem Bardiya Nationalpark, angekommen.??(es stellte sich nämlich heraus, das nicht das Dorf, sondern der Nationalpark Bardiya heißt)

Im letzten Blogeintag hatte ich ja geschrieben, dass wir (Leonie, Feli und ich) Mittejanuar nach Bardiya fahren um dort vier Wochen an einer Dorfschule Englisch zu unterrichten. Dieser Plan ist nun Tatsache geworden! Zunächst verbrachten wir aber noch viel Zeit mit den Kindern aus dem Haus, denn die hatten ja Ferien. ?⚽️?
Nachdem ich 4 Tage mit Anna im Chitwan Nationalpark verbracht und dort Jeepsafari und eine Kanutour durch den Jungle gemacht habe, ging es für uns dann mit 3 Tagen Verzögerung und nach ein paar Diskussionen am Mittwoch den 17.01.2018 um 17 Uhr mit dem Luxusbus los. Wohin genau, wussten wir nicht.?‍♀️ Weder den Namen des Dorfes, noch den der Gastfamilie oder der Schule kannten wir, bis wir 21h später an der Endstation ankamen. Die Busfahrt war lang aber ziemlich entspannt, wenn man sie mit meinen Bisherigen vergleichen würde. Der einziehe komische Moment war, als wir an einer Militärstation wegen eines politischen Streiks angehalten wurden und uns gesagt wurde, dass wir bis zum Donnerstagsbend dort ausharren müssten. Dieser Fall trat zum Glück nicht ein! Wir verbrachten statt 8h nur 2h irgendwo im Nirgendwo auf der Straße, die wir zum Essen und für Unterhaltungen mit Nepalesen nutzten. Nachdem uns einer der Nepalesen angesprochen hatte, standen nämlich sofort 30-40 Männer um uns herum und lauschten gespannt unseren Erzählungen über das hitlerlose Deutschland mit staatlichen, kostenlosen Schulen, müllfreien Straßen und verschiedensten Religionen.?
Als wir dann am Donnerstag um 14:15 Uhr in Samjhana ankamen, holte uns unser Gastvater Chrishnat mit seinem Motorrad ab. Wir fuhren natürlich nicht mit ihm mit, sondern nahmen einen weiteren Bus. Mit diesem fuhren wir wiederum bis zur Endstation, die ziemlich genau vor unserem neuen Zuhause für 4 Wochen lag.?
Das Haus ist ein typisch nepalesisches Haus für mittelreiche Nepalesen. Im Erdgeschoss gibt es zwei Garagen, von denen eine zu einem Shop umgebaut wurde, in dem es Schulhefte und Stifte zu kaufen gibt.?Im hinteren Bereich des Hauses und im ersten Stock lebt die Familie. Sohn(8J.), Nichte(6J.), Neffe(3J.), Frau(34J.), Schwägerin(25J.), Mutter und Vater von Chrishnat. Sein Bruder ist beim Militär und daher nicht zuhause. Es gibt hier 6 Schlafzimmer, 3 Toiletten(von denen eine auf dem Balkon und eine im Garten ist) und eine Küchenzeile im ersten Stock als auch eine separate Küche in einer kleinen Hütte im Garten. ?Fließend Wasser kann man nur draußen an einem kleinen Schlauch in einem von Backstein umrandeten kleinen Quadrat benutzen. In diesem Quadrat wird auch geduscht, zähnegeputzt und gewaschen. Nur leider endet die Steinmauer, die den Duschenden vor fremden Blicken schützen soll, bei Leonie und mir knapp unter Brusthöhe... Heute versuchen wir zumindest mal unsere Haare zu waschen, denn den Samstag haben wir jetzt als allgemeinen Duschtag auserkoren, da samstags keine Schule ist.
Die Schule gehört unserem Gastvater und befindet sich sozusagen direkt hinter unserem Haus im Garten. Das Schulgebäude ist nicht ganz fertig und sieht sehr traurig aus mit den Gitterstäben vor den Fenstern an Stelle von Scheiben und den grauen Betonwänden. Dafür sind die Kids alle sehr fröhlich und aufgeweckt, so dass zumindest zur Schulzeit das Gebäude lebendig wirkt.?
Unseren ersten Tag an der Schule, Freitag, haben wir erstmal damit verbracht, uns den Unterricht anzuschauen und den Kindern tausende Fragen zu beantwortet. Das Englisch ist bei den Dorfbewohnern sehr schlecht und mit der Kommunikation ist es noch ziemlich schwierig. Sogar mit den Lehrern, die ja eigentlich auf englisch unterrichten sollten. Zumindest die Schulbücher sind auf englisch und damit für uns verständlich.?
Die Frauen aus unserer Familie sprechen mit uns nur Nepali und der einzige, der uns auf englisch antwortet, ist unser Vater, der übrigens auch Lehrer ist. Seine Frau und seine Schwägerin arbeiten auch an der Schule, sind aber nur für den Kindergarten (Nursery) bis zur 1. Klasse verantwortlich.

Wir drei schlafen alle zusammen in einem Zimmer, in dem es nur ein Bett gibt. Das Bett ist zu kurz für Leonie und mich, also schläft dort Feli und wir auf den Boden.? Die erste Nacht war steinhart, kalt und von vielen Toilettengängen durchzogen, aber die Zweite, in der wir nicht mehr zu zweit unter einer Decke schliefen, sondern jeder eine hatten und noch drei Schichten Klamotten mehr an hatten, war angenehmer und vor Allem wärmer.
Unsere Gastfamilie ist sehr lieb und neugierig, alle fragen viel und sind offen für Neues. Und das Essen ist super lecker!! Vielleicht kochen wir nachher noch mit unseren Didis um ein bisschen zu lernen.?
Ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen so werden und was uns noch alles so erwartet!