01Februar
2018

Samjhana „ELITE“ Academy?

Die Hälfte haben wir jetzt schon wieder rum von unserer Zeit als Lehrerinnen...
Hier in Samjhana an der Samjhana Elite Academie und in unserer Gastfamilie gefällt es uns nach wie vor sehr gut!? Ein paar Herausforderungen standen zwar für uns bereit, doch gemeinsam haben wir bis jetzt alles hin bekommen.
Ich fange mal dort an, wo mein letzter Eintrag geendet hat:
Duschen. Oder viel mehr eisbaden. Natürlich war das Wetter an diesem ersten Samstag schlechter als an den Tagen zuvor und der Strom ging auch nicht. Durch Pumpen machten wir uns ein bis zwei Eimer mit eiskaltem Wasser voll, tunkten unseren Kopf in einen davon, schäumten uns die Haare mit dem neugekauften, hellblauen, glitzernden Shampoo ein (ich hab nämlich unser Gemeinschaftsshampoo in KTM vergessen?) und kippten uns anschließend das kalte Wasser aus den Eimern über. Unseren Körper haben wir drinnen gewaschen, in einem klitzekleinen Raum neben dem Klo. Dort schleppten wir volle Wassereimer hin und duschten nacheinander. Einer musste immer die Tür, die nicht ganz zu ging, zuhalten. Ich glaube so schnell habe ich mich noch nie gewaschen!
Aber daran gewöhnt man sich auch. Gebell habe ich das Gefühl, man lernt hier, sich an alles zu gewöhnen und alles hin zu nehmen.
Und damit meine ich nicht nur, dass wir immer wieder von Durchfall, Kopfschmerzen, Fieber und Erkältung geplagt werden, sondern zum Beispiel auch, dass die Kinder hier von den Lehrern geschlagen werden. Zum Glück nicht so doll, dass man es noch als kulturelle Verschiedenheit bezeichnen kann, aber schon so, dass wir alles versuchen um den Lehrern bei zu bringen, dass es nichts bringt. Die Schüler sollten nämlich Respekt und keine Angst vor ihren Lehrern haben. Hierbei treffen wir aber direkt auf das nächste Problem....die Kommunikation. Leider (und das trotz Schulbüchern auf Englisch) können hier nur sehr wenige Dorfbewohner Englisch sprechen oder verstehen. Nichtmal die Lehrer beherrschen die Sprache, die sie den Kindern eigentlich beibringen sollen.?
Alle Schulbücher (außer die für den Nepali Unterricht) sind auf Englisch. Dementsprechend müssen die Schüler die Texte in Sience, Social, Moral, Math, GK(General Knowledge) und Occupation auf englisch lesen und verstehen können. Da aber schon allein das lesen Probleme bereitet, besteht der Unterricht hier eigentlich nur daraus, dass der jeweilige Lehrer den Text vorliest und anschließend versucht ihn so gut es geht auf Nepali zu übersetzen. Totaler Schwachsinn im meinen Augen! Da sollen sie doch lieber den gesamten Unterricht auf Nepali machen, dann würden die Kinder zumindest den Inhalt der Themen verstehen und die Fragen selbstständig beantworten können.?? Das Problem der Lehrer ist aber neben den Sprachdefiziten auch noch, dass sie überhaupt nicht ausgebildet sind, teilweise sogar selber gerade erst mit der Schule fertig sind. Fachwissen ist hier absolute Fehlanzeige!
Wir unterrichten nicht nur Englisch, sondern auch die anderen Fächer, aber da sitzen die Kinder auch oft mit fragenden Blicken auf ihren viel zu kleinen Schulbänken in den viel zu dunklen und kalten Klassenräumen. Wir haben uns aufgeteilt und sind immer alleine in einer Klasse meist mit einem nepalesischen Lehrer, der zur Not übersetzen kann.
Morgens um 10 Uhr startet die Schuld mit der Morningassembly. Die Schüler müssen in Lines gerade stehen, den Anweisungen eines Lehrers folgen, beten und die Nationalhymne singen.??
Anschließend, gegen 10:20 Uhr, beginnt die erste Stunde. Jede Stunde geht 40min, zwischen den Stunden ist keine Pause bis zum Mittag um 13 Uhr. Dann haben die Kinder 20min Zeit zum Essen und Spielen.
Mein Stundenplan sieht wie folgt aus:
1. Stunde: English reader (Klasse 2)
2. Stunde: English reader (Klasse 4)
3. Stunde: Moral (So-Di) und English grammar (Mi-Fr) (Klasse 7)
4. Stunde: Moral (So-Di) und English grammar (Mi-Fr)
Dann haben wir von 13 bis 14 Uhr frei.
6. Stunde: GK (Klasse 2)
7. Stunde: Gk (So-Di) und Moral (Mi-Fr) (Klasse 3)
Nach der Schule um 16 Uhr geben wir dann noch eine Extralesson für Klasse 5-8.?‍?
Und dann ist der Schultag auch schon vorbei. Wir lesen dann meist oder trinken Tee und unterhalten uns. Viel mehr bleibt uns eigentlich auch nicht zu tuen. Am Abend helfen wir dann beim Kochen und essen später noch draußen, bis die Dunkelheit, die Kälte und der Nebel es unmöglich machen, sich noch länger draußen aufzuhalten.?
Dann ziehen wir uns alles an, was wir haben... momentan trage ich Leggins, Jogginghose, zwei Paar dicke Socken, zwei Schals, ein T-Shirt, ein Langarmshirt, einen dünnen Pulli, eine Fleecejacke und einen Wollpullover. Da wir eh nichts anderes zu tuen haben, legen wir uns dann meist schon ins Bett. Also auf den Boden. Also in drei Decken eingepackt auf den harten Betonboden. Zwischen uns und dem Boden nur zwei dünne Matten.
Naja, ich will ja nicht jammern. Es könnte uns auch schlechter gehen....?‍♀️ Jetzt habt ihr mal einen kleinen Eindruck, was mich in letzter Zeit hier beschäftigt. Natürlich beschäftigt mich noch vieles mehr und die Gespräche mit unserem Gastvater sind auch immer sehr spannend und interessant, die bringen mich oft zum Nachdenken...und ich glaube ich hab zu viel Zeit zum Lesen und/oder die Bücher sind zu gut!? Jedenfalls beschäftigen mich auch deren Inhalte.
Mal sehen, was uns noch so erwartet...