Berichte von 09/2017

29Sept
2017

Dashainferien und nur noch 30 Kinder übrig

So, jetzt bin ich ja schon soo lange weg und trotzdem ist es noch nicht mal einen Monat her, dass ich in den Flieger stieg und mein Leben in Deutschland pausierte.✈️
Es ist schon viel passiert kann ich euch sagen! Vieles war gut, manches weniger und weniges nicht so gut.

Anfangen möchte ich damit, dass seit Beginn der Ferien von etwas mehr als einer Woche täglich Kinder verschwinden. Sie werden von Eltern und Verwandten für das Dashain Fest abgeholt und kommen ab nächsten Montag täglich wieder. ?‍?‍?Damit hatte hier aber irgendwie keiner so richtig gerechnet...Zur Zeit sind so um die 30 Vollwaisen übrig. Die Ferien sind also doch ein wenig entspannter, als gedacht... Dennoch müssen die Kids beschäftigt werden. Wir denken uns am laufenden Band neue Spiele, Bastelworkshops und Ausflüge aus. Seit kurzem haben wir nämlich einen neuen Feind! Den Fernseher! Dashain ist nämlich eigentlich so wie Weihnachten in Nepal. Es wird Geschenke geben, eine Festtagsziege und 24/7 Spielfilme im Fernsehen. Nur dass hier 27-30 Grad herrschen und die Kinder sich im "TV-Raum" tot schwitzen. Aber das ist egal! Sobald der Fernseher läuft sind die Kids wie betäubt und haben auf nichts mehr Bock.?

Ausflugsziele der letzten Tage waren zum Beispiel: Der Affentempel, der Wasserfall, das "Schwimmbad" (wohl eher Schwimmbecken), die Kletterhalle und der Zoo. In Swayambhu am Affentempel und im Zoo war ich mit. Das waren wirklich schöne Ausflüge! ??Haben zwar in Swayanbhu zwischendurch eines der Mädchen verloren und im Zoo war die Bepflanzung so hoch, dass man die Tiere manchmal nicht sehen konnte, aber das waren auch die einzigen negativen Punkte.

Außerdem liegen seit letztem Samstag regelmäßig Praktikanten flach und haben Durchfall, Kotzerei und/oder Fieber...ich warte nur darauf, dass es mich auch noch erwischt.??

Über die Feiertage berichte ich dann beim nächsten mal.? Mir wurde nämlich gesagt, ich solle mich doch bitte etwas kürzer fassen. Aber wie die meisten ja wissen, war das noch nie so meine Stärke!

20Sept
2017

Mein Tagesablauf

Namaste Freunde der Sonne☀️
Während in Bargteheide gemütliche 12 Grad sind, schwitzen wir hier bei 27 Grad beim Spielen mit den Kindern. Der verlängerte Sommer tut mir ganz gut und macht sogar die kalte Dusche angenehm.
Doch es wird kälter! Die Sonne geht jetzt schon um 18:30 Uhr unter und morgens ist es manchmal schon ziemlich frisch, weil es nachts oft noch regnet. Und wenn der Winter erst kommt...hier gibt es keine Heizung, keine Isolierung der Häuser, kein warmes Wasser; keine Möglichkeit, sich aufzuwärmen...und es sollen auch hier im Winter um die 0 Grad kalt werden.❄️
Aber genug zum Wetter. Eigentlich wollte ich euch mal ein bisschen über meinen Tagesablauf erzählen:
Zunächst müsst ihr wissen, dass es theoretisch einen strengen Plan geben sollte...sollte. Der Plan hängt auch überall, doch seit ich hier bin haben die Kinder Exams. Das heißt, sie sind nur von 11 bis 14 Uhr in der Schule und nicht von 10 bis 16 Uhr wie sonst. Während die Kinder in der Schule sind haben die Volunteers frei. Sprich, unsere freie Zeit verkürzt sich um 3h. Außerdem haben die Kids zwischendurch immer mal einen ganzen Tag frei gehabt und ab morgen sind dann Ferien.
Momentan stehe ich um 5:45 Uhr auf, mache mit den Kleinen Studytime von 6:30 bis 7:30 Uhr und anschließend gibt es so gegen halb neun Essen. Es gibt jeden Morgen und Abend Dal Bhat (Soße und Reis), wobei das "Gemüse" dazu variiert. Mal gibt es grüne Bohnen, mal Sojabohnen, mal Gurke, mal Spinat, mal Zwiebel und was weiß ich, was da noch alles dabei ist. Kartoffelstücke gibt es aber meistens auch!? Jeden Montag- und Donnerstagabend gibt es Bohneneintopf entweder mit Reis oder mit Brot.?

Seit 5 Tagen lerne ich während der Studytime immer mit den gleichen 3 Jungs aus der 3. und 4. Klasse. Ihre Namen sind Dorchi, Abishek und Subin. Es ist gerade zu unmöglich irgendeinen Fortschritt herbei zu führen, geschweige denn, sie die gesamte Stunde zum Lernen zu motivieren, weil es so laut drumherum ist. Meist spiele ich am Ende noch mit Ihnen irgendwas wie Käsekästchen oder Tick-Tack-Toe.

Einmal in der Woche ist jeder Volunteer mal dran Frühsport (sogenannte Exercises) mit den Kindern zu machen. Also: halbe Stunde früher aufstehen und um 6:30 Uhr starten. Die Exercises mache ich aber im alten Haus zusammen mit Janina, mit den Großen, da ich dort in einem Zimmer mit drei weiteren Volunteermädchen untergebracht bin. Wir wechseln uns hier morgens immer ab, damit jeder nur einmal die Woche dran ist. Die 6 Jungs sind nämlich auch noch hier im Haus untergebracht.

Nach dem Essen putzen die Kinder Zähne, spielen noch und machen sich dann langsam für die Schule fertig. Das ist wirklich süß! Die kleinsten springen dann alle in Unterhose über den Platz und fragen irgendeine Aunty um Hilfe beim anziehen. Sie tragen in der Schule alle das gleiche: Blaue oder graue Hose mit Hemd, schwarzen Schuhen und Krawatte. Auch die Mädchen, weil das einfacher ist, als immer hohe Strümpfe und Röcke anzuziehen. An bestimmten Tagen in der Woche haben sie auch in der Schule Trainingsanzüge an. Die sind dann dunkelblau mit gelben Adidasstreifen an der Seite und mit dem Namen der Schule.
Alle Kinder bekommen auch noch ein Namensschild um den Hals, bevor sie zum Bus gehen.

In ihrer freien Zeit tragen die Kinder auch Trainingsanzüge. Allerdings sind die für Jungs und Mädchen verschieden. Die Mädchen haben rot-blaue oder blau-rote Anzüge und die Jungs grün-gelbe oder blau-weiße. So kann man die Geschlechter auch
einfacher auseinander halten.? Denn manchmal ist das auf den ersten Blick nicht so recht zu erkennen.

In den Ferien werden wir erst um 7 Uhr mit der Studytime anfangen, also können wir ein bisschen länger schlafen! Luxus!
Trotzdem müssen die Kinder aber bis zum Tiffin um 13 Uhr beschäftigt werden und das wird nicht leicht. Mindestens einmal am Tag gehen wir mit den den Kleinen auf einen Spaziergang. Entweder laufen wir dann zu einer großen Spielwiese oder einfach eine Runde zu Fuß durch Dhapasi. Ansonsten bieten wir Volunteers Workshops wie Malen, Basteln, Turnen, Tanzen, Singen, Fußball, Basketball, Völkerball,...an. Hier können die Kids selbst entscheiden, wo sie mitmachen wollen.?‍♀️?⚽️?‍♀️?

Das Tiffin um ca. 13 Uhr ist ein kleiner Zwischensnack. Das sind dann Kekse, Äpfel, Chips oder ähnliches. Manchmal ist es aber auch nicht so lecker, wie es klingt.? Dazu gibt es meist ein Getränk, entweder Milch oder Saft.
Nach dem Snack geht es dann direkt weiter mit Aktionen für die Kinder, bis dann noch eine Studytime von 16:30 bis 17:30 Uhr folgt und irgendwann zwischen 18 und 18:30 Uhr wieder gegessen wird.
Nach dem Abend-Dal-Bhat gehts dann zum Zähneputzen und ins Bett für die Kleinen.?
Im alten Haus wird dann noch ordentlich gepaukt, bis dann auch hier spätestens um 21 Uhr Nachruhe ist.

Und Nachtruhe heißt es auch für mich heut schon früh, denn Schlaf sollte man hier definitiv nicht verpassen!? Bis zum nächsten Mal meine Lieben und schöne Grüße nach Bargteheide!

17Sept
2017

Kulturschock, Jetlag und der erste Tag

Endlich! Nach einem langen Flug und Zwischenstops in München(wo Janina zustieg) und Bangkok, bin ich jetzt endlich seit Dienstag den 12.09. um 12:25 Uhr in Kathmandu.

Am Flughafen abgeholt wurden wir von zwei Volunteers, die schon länger hier sind, und einem Fahrer. Das Auto war so klein, dass kaum ein Koffer von uns im Kofferraum Platz hatte...also sind wir dann mit einem knapp 29kg schweren Koffer auf dem Schoß ca.20min durch Kathmandu City gefahren.? Am Haus angekommen empfingen uns die anderen Volunteers und wiesen uns in unser neues Heim ein.

Dann ging es direkt auf einen Spaziergang mit den kleinen Kindern aus dem neuen Haus. Sicherheit steht hier auf jeden Fall nicht vor Spaß! Die Kinder klettern auf Mauern, werfen mit Stöcken, essen irgendwelche Flüchte vom Straßenrand und ärgern sich gegenseitig. Sogar Einräder werden mitgenommen...die Jungs fahren dann kreuz und quer über die ungepflasterten überfüllten Straßen. Eine deutsche Mutti könnte da nichtmal 2min hingucken.

Anschließend war dann Studytime für alle von 16:30 Uhr bis 17:30 Uhr. Ein bisschen chaotisch, aber ziemlich lustig. Ich war so müde...hatte ja nur 2h oder so im Flieger geschlafen.?
Um 18 Uhr aß ich dann mein erstes echtes nepalesisches Dal Baht meines Lebens. Natürlich mit den Händen. Daran kann man sich gewöhnen! Ein Traum jedes kleinen Kindes: in der Reispampe rumzumanschen und sich dann alles in den Mund zu schaufeln.?

Todmüde ging ich danach schon bald schlafen. Und mit Hundegebell, Mückengesurre und ein paar lernenden Stimmen aus dem Aufenthaltsraum endete mein Tag mit einem tiefen Schlaf.

Nun stehen ein paar anstrengende Wochen an, denn die Kinder schreiben Exams und haben anschließend Ferien, in denen sie Vollzeit beschäftigt werden müssen.

13Sept
2017

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.