Ein Traum in Nepal

 
30März
2018

Auf Wiedersehen Nepal👋🇳🇵

Jetzt sind sechseinhalb Monate in diesem epischen Land, mit diesen tollen Menschen, mit neuen Freunden, viel Spaß und neuen Erfahrungen zu Ende...
Erkenntnisse, die ich mir nie erträumt hätte zu finden, habe ich hier gesammelt. Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann.
Diese Zeit wird mich für immer geprägt haben. In alle meine Entscheidungen und Überlegungen wird ab jetzt immer ein kleiner Teil dieser unvergesslichen Zeit mit einfließen.
Ich werde mich noch in Jahren gerne und mit Freuden an mein Abenteuer in Nepal zurückerinnern.🤔❤️
Von der Kultur, den Menschen und von dem Land selber konnte ich viel lernen!
Vorher war ich ja ein sehr planerischer Mensch und immer sehr organisiert...das bin ich immer noch. Für die nahe Zukunft habe ich bereits einen Masterplan aufgestellt, der mir für die nächsten Jahre eigentlich keine Freiheiten lässt! ABER....ich habe gelernt, dass man Pläne auch mal umschmeißen kann, dass man flexibel sein kann, dass man sich von anderen Umständen nicht aus dem Konzept bringen lassen muss. Ich habe gelernt, mit Spontanität und Früheifer umzugehen. Ich habe gelernt, Geduld zu haben und keine zu hohen Erwartungen zu haben.
Und mit wenig auszukommen... Ich brauche kein Badezimmer, ich putze gerne unter freien Himmel meine Zähne. Ich brauche nicht viel Varietät beim Essen, Dal Bhat schmeckt mir. Ich brauche nicht jeden Tag zu duschen. Ich brauche kein warmes Wasser. Ich brauche kein Zimmer für mich alleine. Ich brauche keine bequemen Busfahrten, ich fahre gerne Microbus. Ich brauche kein Kaffe, ich trinke auch gern Tee.☕️
Aber natürlich ist es auch schön wenn man das alles hat und es zu schätzen weiß!
Hier in Deutschland ist alles so anders und doch vertraut. Hier ist alles mehr. Mehr Klamotten zur Auswahl; mehr Autos; mehr Sauberkeit; mehr Menschen, die meine Spracht sprechen; mehr Meer; mehr Straßen; mehr Wolken; mehr Stress; mehr Blumen; mehr Diskussionen;.... aber mehr heißt nicht unbedingt besser.
Hier ist meine Familie, hier gehöre ich hin. Und doch hat Nepal einen Platz in meinem Herzen gefunden.❤️🇳🇵Es ist ein Teil von mir geworden, so wie ich es mir nie hätte vorstellen können! Das Kinderheim, die Kinder, die anderen Volunteers...ich vermisse alles so schrecklich doll! Aber man kann nicht alles gleichzeitig haben und nichts hält für immer. Manchmal muss man Abschied nehmen, wenn es am schönsten ist. Dieser Lebensabschnitt ist beendet und es ist Zeit für etwas Neues! Es ist Zeit die Erfahrungen in Taten umzusetzen!
Jetzt startet ein neues Abenteuer...

21März
2018

Zahnarztbesuch

Zahnarzt! Ahhh😬
Die Kinder aus dem Haus der Hoffnung gehen einmal im Jahr zu einem deutschen Zahnarzt. Der Zahnarzt arbeitet nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr in Nepal im Sushma Koirala Memorial Hospital und ist den Rest der Zeit in Deutschland tätig. Von Kathmandu aus braucht man ca. eine Stunde mit dem Bus zu dem Hospital für plastische Chirurgie. Es wird unterstützt und finanzieret von einer deutschen Organisation. Das Prinzip ist Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe! Die deutschen Ärzte helfen den Patienten durch ihre Operationen und unterrichten/unterstützen die nepalesischen Ärzte. So könnte das Hospital irgendwann auf eigenen Beinen stehen. Es richtet sich hauptsächlich an die ärmere Bevölkerung Nepals, die sich sonst keine medizinische Versorgung leisten können. Alle Ärzte arbeiten komplett auf freiwilliger Basis. Fast täglich kommen hier zum Beispiel schwerverbrannte Menschen an, die hier versorgt und behandelt werden. Die Verbrennungen treten hier oft auf einem hohen Grad auf...es sterben in dem Krankenhaus im Monat um die 10 Menschen allein an Verbrennungen.
Aber nicht nur durch Fachwissen im Bereich der Medizin unterstützen die Deutschen die Nepalesen, sondern es arbeiten auch Ingenieure für die Organisation, die sich um alles drum herum kümmern. Die reine Medizin reicht nämlich nicht, um ein Krankenhaus nachhaltig führen zu können.
So wurde zum Beispiel 2016 eine Hauseigene Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen und eine Wasserfilteranlage gebaut. 🚯Der Sandfilter ist dazu da, das Grundwasser zu filtern, damit es mineralienfrei wird. Eine andere Anlage sorgt für keimfreies Wasser aus einer Quelle in der Nähe, dies wird durch kommunizierende Rohre geleitet und fließt durch einen weiteren Filter. Das Wasser kann so ohne Pumpe in einen großen Wassertank fließen und dort als Wasservorrat gespeichert werden, falls die elektrische Pumpe für das Grundwasser mal ausfällt.♻️
Ein weiteres Projekt, das gerade in der Testphase läuft, ist die überflüssige Wärme der Stromgeneratoren für eine Fußbodenheizung in den OP-Sälen zu nutzen. Außerdem hat das Hospital eine eigene Biokläranlage.

Da wir nicht mit 150 Leuten gleichzeitig dort auftauchen können, sind wir in zwei Gruppen dort hin gefahren. Die ersten waren letzten Dienstag an der Reihe und die anderen dann gestern. Manche mussten auch ein zweites Mal noch mit, weil ihnen noch weitere Zähne gezogen werden mussten...Smiriti zum Beispiel hat sehr schlechte Zähne, aber zum Glück noch Milchzähne...ihr wurden insgesamt 4 Zähne gezogen. Wir Volunteers waren zur Unterstützung und zum Händchenhalten dabei.👩‍👧‍👦 Alles in einem, war der Zahnarzt sehr zufrieden und nur 10% der Kinder hatten Zahnprobleme und mussten behandelt werden.
Ich bin auch froh, dass die Kinder hier das Zähneputzen lernen und auch regelmäßig zum Zahnarzt gehen!

11März
2018

Happy Holi und was sonst noch so geschah

Eines der größten und bekanntesten hinduistischen Feste Nepals ist jetzt schon über eine Woche her. Es war wirklich ein wundervoller Tag mit viel Spaß und vor Allem viel Farbe!🎨
Das bunte Fest der Farben wird gefeiert um den Sommer willkommen zu heißen und die triste, graue Winterzeit hinter sich zu lassen. Die Kälte wird vertrieben und der Sommer eingeläutet. 🌝
Auch wir haben mit einer riesigen Wasser-Farb-Schlacht die kalten Tage vergessen. Alle hatten einen höllen Spaß daran, sich gegenseitig Farbe ins Gesicht zu schmieren und mit Wasserbomben abzuwerfen. Es gab kein Entkommen vor den Kindern, die hinter jeder Ecke oder auf den Dächern standen und mit Eimern voller Wasser nur darauf warteten, dass ein Opfer vorbeiläuft. Aber auch Erwachsene machen da mit! Ob Jung oder Alt...das ganze Land ist an diesem Tag im Ausnahmezustand gewesen.
Wir Praktikanten konnten am Mittag nichtmal einen Fuß auf den Durbarsqare setzen!👟 Der Platz, wo es ein großes Konzert gab, war völlig überfüllt. Alle waren über und über mit Farbe bedeckt, so dass man kaum noch die Gesichter erkennen konnte und die Farbe Tage später immer noch auf der Haut und in den Haaren zu sehen war!🤷‍♀️ Einige von uns haben jetzt noch grüne oder lilane Haare...
Die Tage danach verliefen ziemlich ruhig und die Kids haben ihre Pre Tests geschrieben. Samstag und Sonntag war frei. An den freien Tagen haben wir Praktikanten mit den Kids eine der Wände angemalt und Dekoration für die Kinderzimmer gebastelt. Das war richtig niedlich.😊
Leider muss ich aber auch noch kurz erwähnen, dass der kleine Sportplatz für die jüngeren Kinder bebaut wird. Mit ihm gehen die Tischtennisplatten und der Großteil der Spielfläche im Neuen Haus...die Kinder waren richtig traurig und jetzt wird eine Mauer gebaut, damit sie nicht mehr auf die Baustelle können und die Bauarbeiten auch nicht mehr sehen können. Jetzt müssen wir uns immer mit allen Kinder auf dem großen Sportplatz im Alten Haus arrangieren.⚽️🏀🏐🎾🏓🏸 Daran müssen sich die Kleinen erstmal gewöhnen....
Gestern zum Beispiel durften die Kleinen vormittags und die Großen nachmittags den Ground benutzen. Da wissen manche der Jungs sich dann nicht zu helfen und versuchen zwischen den Einradfahrern (mittlerweile haben wir 6 Einräder), den Bastelnden, den Memoryspielenden und den Carambordspielern auch noch Fußball zu spielen....

Am Donnerstag waren wir mit Ellen in einer Lepraklinik (Harpe-Kerkeling-Klinik) und auf dem Shanti Gelände, wo behinderte und leprakranke Menschen wohnen. Dort werden sie direkt versorgt, können handwerklich arbeiten (Karten bedrucken, Schmuck machen, weben, nähen,...) und ihre Kinder werden an der dortigen Waldorfschule unterrichtet.🌈 Der gesamte Gebäudekomplex war mit aufwändigen, bunten Meiereien verziert. Dieser Ort wirkte trotz der schlimmen Schicksale sehr lebendig und fröhlich!

Ich bin jetzt dabei, meine letzten Mitbringsel einzukaufen und die schönsten Orte Kathmandus noch einmal zu besuchen.👀 Außerdem gehen wir hier noch ein paar mal essen. Es ist so lecker und günstig, dass ich das einfach noch ausnutzen muss!👌
Es wird bestimmt erstmal ein Schock sein, wenn ich in Deutschland auf die Preise für öffentliche Verkehrsmittel gucke...Allgemein wird sich in Deutschland erstmal alles ungewohnt anfühlen, obwohl ich ja nur 6,5 Monate weg war. Es ist nämlich für mich schon zur Normalität geworden, wenn plötzlich ein Huhn auf den Tisch springt, während du isst oder eine Bande Straßenhunde auf dich zu rennt und dich anbellt oder dich ständig Leute ansprechen und fragen, woher du kommst und was du in Nepal machst. Auch das schlechte Englisch der Kids hat sich schon so in mein Gehirn eingebrannt, dass ich manche falschen Sätze gar nicht mehr rausbekomme. Und das Handeln im Laden werde ich auch vermissen! Oder, dass man einfach in jedem Café, jeder Bar, jedem Restaurant und jedem Hotel auf die Toilette gehen kann ohne dafür bezahlen zu müssen...oder das Dhal Bhat- Essen mit der Hand
Ich werde hier schon einige Sachen vermissen, aber auf vieles freue ich mich auch schon sehr!☺️

27Februar
2018

Die Vergangenheit, über die nicht geredet wird...

How are you? - I am fine.

Standartkonversation. Routine. Alltag. Kein Inhalt. Welten entfernt. Kein Verständnis. Kommunikationsproblem. Schweigen.
Leider möchte ich in diesem Eintrag einmal ein sehr trauriges Thema aufgreifen, welches mich trotz meiner tollen Zeit hier sehr beschäftigt. Seit ich aus Samjhana zurück bin, bin ich hier im Kinderheim so glücklich wie noch nie zuvor. Es ist, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Die Zeit mit den Kindern und auch mit den Volunteers ist wirklich unglaublich toll und ich glaube ich realisiere das jetzt erst, weil sich mein Abenteuer schon dem Ende neigt...meine letzen Wochen sind angebrochen und das Ende dieser unglaublichen Erfahrung rückt bereits in absehbare Nähe.
Und da trifft es mich natürlich, wenn ich trotz monatelanger Versuche immer noch nicht alles verstehen kann.
In diesem Eintrag soll es um Dorchi gehen. Den Jungen, der nicht über Gefühle spricht, der Streit meidet und keine Hilfe zu lässt. Den kleinen Kerl, den ich so lieb gewonnen habe und der niemanden an sich heran lässt. Er ist 13 (oder zumindest vermutet man das). Er hat das Schulsystem durchschaut. Er ist teamfähig, sorgsam und verantwortungsbewusst. Mit ihm kann man viel Lachen, aber manchmal trifft man auf seinen empfindlichen Kern....und dann macht er zu. Verschließt einfach die Tür und ist ein anderer. Spricht kein Wort mehr mit mir oder irgendwem sonst. Dann braucht er seine Ruhe.
„Wie geht es dir?“ Und immer bekommt man die selbe Antwort. „Mir geht es gut!“ Egal was das Kind gerade Denkt und welche Sorgen es hat, es wäre zu schwierig, es zu erklären. Vor Allem in einer fremden Sprache. Und dann auch noch einer „fast“ fremden Person...einer Praktikantin, die eine von vielen ist. Die keine Ahnung hat. Die kommt und geht wann sie will.
Mich macht es sehr traurig, dass die Kinder so denken müssen, dass sie keine feste Bezugsperson haben, keine Konstante in ihrem Leben. Und dennoch: Es geht ihnen hier so viel besser als zuvor.
Alle Kinder sind gleich und werden gleich behandelt, egal wie ihre Vergangenheit aussah. Über die Vergangenheit wird nicht gesprochen.
Dorchis Vergangenheit kannte ich auch lange nicht, aber wenn man die Geschichten der Kinder kennt, dann sieht man sie immer ein bisschen mit anderen Augen. Man bringt viel mehr Verständnis für ihr Verhalten auf.
Dorchi ist in den Bergen aufgewachsen, wie ca. 60% der nepalesischen Bevölkerung. Er kann aus Höhen runterspringen, wo sich jedes andere Kind, das ich kenne, die Beine gebrochen hätte und klettern wie ein Weltmeister.
In dem kleinen Dorf, in dem er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern lebte, ging er nicht zur Schule. Sein Vater starb, als er noch sehr klein war und seine Mutter hatte nicht genügend Geld, ihren Kindern Bildung zu ermöglichen geschweige denn vernünftig zu ernähren. Die Mutter hatte Schulden und diese Schulden musste der jüngste Sohn abarbeiten. Der jüngste Sohn war Dorchi. Er wurde von seiner Mutter getrennt und arbeitete irgendwo in einer Lodge. Dort wurde er sklavenähnlich behandelt und hatte keine Möglichkeit seine Kindheit auszuleben. Er musste schwere Sachen tragen, in der Küche helfen, Holz sammeln,...
Man weiß nicht, wie viele Jahre er da arbeiten musste, aber die Schulden waren schon längst abbezahlt, als ein nepalesischer Journalist zufällig bei der Lodge auftauchte und einen Bericht über Dorchi schrieb. Über Kinderarbeit, über Armut, über Verzweiflung. Durch diesen Bericht wurde ein Schulleiter aus Kathmandu auf den Jungen aufmerksam. Er nahm ihn für ein Jahr zu sich und ließ ihn seine Schule besuchen. Doch länger als ein Jahr könnte auch er das nicht mehr finanzieren und es wurde ein Aufruf gestartet, bei dem sich der Schulleiter der SEB-School meldetet. Die SEB-School ist die Schule, auf die alle Kinder aus dem Haus der Hoffnung gehen. Dieser Schulleiter schlug vor, sich an Ellen Bzw das Kinderheim zu wenden.
Und so kam Dorchi zu uns. Das war jetzt vor ca. 2 Jahren und sein Englisch ist innerhalb dieser Jahre so gut geworden und er hat es geschafft, ohne je zuvor Lesen oder Schreiben gelernt zu haben, jetzt in der 4. Klasse zu sein.
Jetzt stehen die finalen Klausuren kurz bevor und wir haben die letzten Tage fleißig für die Pretests gelernt, die ab morgen beginnen.
Ich bin gespannt, wie die laufen werden und vor Allem freue ich mich schon riesig aufs Holifestival.
Wir werden Donnerstag mit den Kids zusammen feiern und dann mit den Nepalesen aus dem Apartment, die auch vom Verein unterstützt werden, in die Stadt gehen. Dort wird wohl richtig was los sein. Die Nepalesen sind ganz verrückt, was das Fest der Farben an geht!
Ich werde meine letzten 4 Wochen hier sehr genießen und freue mich aber gleichzeitig schon sehr, wieder zurück in Deutschland zu sein.

17Februar
2018

Zurüch Zuhause in KTM🚌

4 Wochen...4 Wochen haben wir in diesem kleinen Örtchen am Rande der indisch-nepalesischen Grenze verbracht. 4 wunderbare, erfahrungsreiche Wochen. 4 Wochen voller Spaß und Lernen, voller toller Menschen und guter Freunde. Eine Zeit, an die ich mich noch in Jahrzehnten gerne zurück erinnern werde! Eine Zeit voller Erlebnisse. Positive so wie Negative.🦎
In dieser Zeit habe ich so sonderbare Dinge gesehen und erlebt, viel gelernt und viel gelehrt.👩‍🏫
Diese Zeit kann mir keiner mehr nehmen und ich bin so froh, sie mit Leonie und Feli gemeinsam erlebt zu haben.
Ich kann jetzt nicht nur in Perfektion ein kreisrundes Roti ausrollen, sondern auch wie ein Filmstar Autogramme geben und stundenlang für Fotos lächeln.😊 Wir waren so beliebt, dass jeder mit uns ein Foto machen musste! Und ich will gar nicht wissen, wie viele davon (und von den Videos, in denen wir tanzen und singen) schon auf Facebook gestellt wurden.😅 Die Menschen sind hier sehr mitteilungsbedürftig. Die ganze Welt soll wissen, wen sie getroffen haben und was sie erlebt haben. In gewisser Weise bin ich auch so...ich teile meine Erfahrungen, meine Reise, mit euch (denen, die es interessiert) und freue mich jetzt schon viel zu erzählen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Meine Geschwätzigkeit bin ich hier nämlich noch nicht los geworden.
Dafür weiß ich jetzt, wie man nichts tuen kann, ohne dass einem langweilig wird. Nichts tuen war nämlich eigentlich noch nie so mein Ding! Obwohl ich oft noch auf völlige Verständnislosigkeit treffe, wenn ich die Nepalesen rumsitzen sehe und genau weiß, dass sie das den größten Teil ihrer Lebenszeit machen. 🤷‍♀️Am Anfang meiner Nepalzeit habe ich immer gedacht sie warten auf irgendwas. Doch jetzt weiß ich, dass „enjoy“ das größte Glück ist, was man erreichen kann. „Just sit down and enjoy“, pflegte unsere Gastmutter immer zu sagen. „Setzt euch einfach und genießt.“ Genießt das Leben. Seit froh, über alles, was ihr habt und erleben dürft.
Und das habe ich getan. Ich habe zu schätzen gelernt, was Zuhause bedeutet, wie wichtig Familie und Freundschaft ist. Wie wichtig es ist, Zeit für sich zu haben, aber auch sie mit anderen zu teilen. Man muss sich auf alles einlassen können. Alles ausprobieren. Und niemals voreingenommen zu sein!
Ich werde hier jetzt vielleicht ein bisschen tiefgründig, moralisch und belehren, doch irgendwie fühlt es sich richtig an, dies alles mal raus in die Welt zu tragen.
Unsere Erfahrungen zu teilen ist nämlich auch ein wichtiger Schritt zur Bildung.
Bildung. Das war das Wort, über das ich auch viel nach gedacht habe und welches viele Diskussionen aufwirft. „Education“. Die Kinder hier lernen, wie wichtig Bildung für sie und unsere Welt ist. Und wir deutschen Schulkinder wissen gar nicht, wie gut wir es in Schulen in Deutschland haben! Ausgebildete Lehrer, beheizte Klassenräume, Tische, Stühle, Tafel, Beemer,...so etwas trafen wir in Samjahna selten an.
Die Zeit verging so unfassbar schnell und mittlerweile sind wir schon seit Donnerstag wieder in Kathmandu.🚌
Dieses Mal dauerte die Fahrt nur 18h, doch die ganze Nacht bekam ich kaum ein Auge zu...aber egal! Die Kids warten! Wir haben uns riesig auf das Wiedersehen gefreut und waren hochmotiviert auch im Heim jetzt wieder mehr zu bewegen.
Die letzten beiden Tagen war hier volles Programm, weil die Kinder frei hatten. 🎈 Es ist wirklich wie nach Hause kommen, so heimisch ist das Haus der Hoffnung schon für mich geworden und die Kinder mit ans Herz gewachsen.
Jetzt sind es sogar nur noch weniger als 6 Wochen für mich...nichtmal mehr so lange, wie die Sommerferien! Das fühlt sich jetzt nach 5 Monaten so schrecklich kurz an.🙄 Aber ich werde die verbliebene Zeit definitiv genießen!

01Februar
2018

Samjhana „ELITE“ Academy?

Die Hälfte haben wir jetzt schon wieder rum von unserer Zeit als Lehrerinnen...
Hier in Samjhana an der Samjhana Elite Academie und in unserer Gastfamilie gefällt es uns nach wie vor sehr gut!😊 Ein paar Herausforderungen standen zwar für uns bereit, doch gemeinsam haben wir bis jetzt alles hin bekommen.
Ich fange mal dort an, wo mein letzter Eintrag geendet hat:
Duschen. Oder viel mehr eisbaden. Natürlich war das Wetter an diesem ersten Samstag schlechter als an den Tagen zuvor und der Strom ging auch nicht. Durch Pumpen machten wir uns ein bis zwei Eimer mit eiskaltem Wasser voll, tunkten unseren Kopf in einen davon, schäumten uns die Haare mit dem neugekauften, hellblauen, glitzernden Shampoo ein (ich hab nämlich unser Gemeinschaftsshampoo in KTM vergessen🙄) und kippten uns anschließend das kalte Wasser aus den Eimern über. Unseren Körper haben wir drinnen gewaschen, in einem klitzekleinen Raum neben dem Klo. Dort schleppten wir volle Wassereimer hin und duschten nacheinander. Einer musste immer die Tür, die nicht ganz zu ging, zuhalten. Ich glaube so schnell habe ich mich noch nie gewaschen!
Aber daran gewöhnt man sich auch. Gebell habe ich das Gefühl, man lernt hier, sich an alles zu gewöhnen und alles hin zu nehmen.
Und damit meine ich nicht nur, dass wir immer wieder von Durchfall, Kopfschmerzen, Fieber und Erkältung geplagt werden, sondern zum Beispiel auch, dass die Kinder hier von den Lehrern geschlagen werden. Zum Glück nicht so doll, dass man es noch als kulturelle Verschiedenheit bezeichnen kann, aber schon so, dass wir alles versuchen um den Lehrern bei zu bringen, dass es nichts bringt. Die Schüler sollten nämlich Respekt und keine Angst vor ihren Lehrern haben. Hierbei treffen wir aber direkt auf das nächste Problem....die Kommunikation. Leider (und das trotz Schulbüchern auf Englisch) können hier nur sehr wenige Dorfbewohner Englisch sprechen oder verstehen. Nichtmal die Lehrer beherrschen die Sprache, die sie den Kindern eigentlich beibringen sollen.🔠
Alle Schulbücher (außer die für den Nepali Unterricht) sind auf Englisch. Dementsprechend müssen die Schüler die Texte in Sience, Social, Moral, Math, GK(General Knowledge) und Occupation auf englisch lesen und verstehen können. Da aber schon allein das lesen Probleme bereitet, besteht der Unterricht hier eigentlich nur daraus, dass der jeweilige Lehrer den Text vorliest und anschließend versucht ihn so gut es geht auf Nepali zu übersetzen. Totaler Schwachsinn im meinen Augen! Da sollen sie doch lieber den gesamten Unterricht auf Nepali machen, dann würden die Kinder zumindest den Inhalt der Themen verstehen und die Fragen selbstständig beantworten können.📚📖 Das Problem der Lehrer ist aber neben den Sprachdefiziten auch noch, dass sie überhaupt nicht ausgebildet sind, teilweise sogar selber gerade erst mit der Schule fertig sind. Fachwissen ist hier absolute Fehlanzeige!
Wir unterrichten nicht nur Englisch, sondern auch die anderen Fächer, aber da sitzen die Kinder auch oft mit fragenden Blicken auf ihren viel zu kleinen Schulbänken in den viel zu dunklen und kalten Klassenräumen. Wir haben uns aufgeteilt und sind immer alleine in einer Klasse meist mit einem nepalesischen Lehrer, der zur Not übersetzen kann.
Morgens um 10 Uhr startet die Schuld mit der Morningassembly. Die Schüler müssen in Lines gerade stehen, den Anweisungen eines Lehrers folgen, beten und die Nationalhymne singen.🇳🇵
Anschließend, gegen 10:20 Uhr, beginnt die erste Stunde. Jede Stunde geht 40min, zwischen den Stunden ist keine Pause bis zum Mittag um 13 Uhr. Dann haben die Kinder 20min Zeit zum Essen und Spielen.
Mein Stundenplan sieht wie folgt aus:
1. Stunde: English reader (Klasse 2)
2. Stunde: English reader (Klasse 4)
3. Stunde: Moral (So-Di) und English grammar (Mi-Fr) (Klasse 7)
4. Stunde: Moral (So-Di) und English grammar (Mi-Fr)
Dann haben wir von 13 bis 14 Uhr frei.
6. Stunde: GK (Klasse 2)
7. Stunde: Gk (So-Di) und Moral (Mi-Fr) (Klasse 3)
Nach der Schule um 16 Uhr geben wir dann noch eine Extralesson für Klasse 5-8.👩‍🏫
Und dann ist der Schultag auch schon vorbei. Wir lesen dann meist oder trinken Tee und unterhalten uns. Viel mehr bleibt uns eigentlich auch nicht zu tuen. Am Abend helfen wir dann beim Kochen und essen später noch draußen, bis die Dunkelheit, die Kälte und der Nebel es unmöglich machen, sich noch länger draußen aufzuhalten.🌫
Dann ziehen wir uns alles an, was wir haben... momentan trage ich Leggins, Jogginghose, zwei Paar dicke Socken, zwei Schals, ein T-Shirt, ein Langarmshirt, einen dünnen Pulli, eine Fleecejacke und einen Wollpullover. Da wir eh nichts anderes zu tuen haben, legen wir uns dann meist schon ins Bett. Also auf den Boden. Also in drei Decken eingepackt auf den harten Betonboden. Zwischen uns und dem Boden nur zwei dünne Matten.
Naja, ich will ja nicht jammern. Es könnte uns auch schlechter gehen....🤷‍♀️ Jetzt habt ihr mal einen kleinen Eindruck, was mich in letzter Zeit hier beschäftigt. Natürlich beschäftigt mich noch vieles mehr und die Gespräche mit unserem Gastvater sind auch immer sehr spannend und interessant, die bringen mich oft zum Nachdenken...und ich glaube ich hab zu viel Zeit zum Lesen und/oder die Bücher sind zu gut!😅 Jedenfalls beschäftigen mich auch deren Inhalte.
Mal sehen, was uns noch so erwartet...

20Januar
2018

Samjhana und nicht Bardiya

Und es hat wirklich geklappt!😍
Donnerstag sind wir tatsächlich in Samjhana, einem kleinen Dorf in der Nähe von dem Bardiya Nationalpark, angekommen.🚌💨(es stellte sich nämlich heraus, das nicht das Dorf, sondern der Nationalpark Bardiya heißt)

Im letzten Blogeintag hatte ich ja geschrieben, dass wir (Leonie, Feli und ich) Mittejanuar nach Bardiya fahren um dort vier Wochen an einer Dorfschule Englisch zu unterrichten. Dieser Plan ist nun Tatsache geworden! Zunächst verbrachten wir aber noch viel Zeit mit den Kindern aus dem Haus, denn die hatten ja Ferien. 🏀⚽️🏐
Nachdem ich 4 Tage mit Anna im Chitwan Nationalpark verbracht und dort Jeepsafari und eine Kanutour durch den Jungle gemacht habe, ging es für uns dann mit 3 Tagen Verzögerung und nach ein paar Diskussionen am Mittwoch den 17.01.2018 um 17 Uhr mit dem Luxusbus los. Wohin genau, wussten wir nicht.🤷‍♀️ Weder den Namen des Dorfes, noch den der Gastfamilie oder der Schule kannten wir, bis wir 21h später an der Endstation ankamen. Die Busfahrt war lang aber ziemlich entspannt, wenn man sie mit meinen Bisherigen vergleichen würde. Der einziehe komische Moment war, als wir an einer Militärstation wegen eines politischen Streiks angehalten wurden und uns gesagt wurde, dass wir bis zum Donnerstagsbend dort ausharren müssten. Dieser Fall trat zum Glück nicht ein! Wir verbrachten statt 8h nur 2h irgendwo im Nirgendwo auf der Straße, die wir zum Essen und für Unterhaltungen mit Nepalesen nutzten. Nachdem uns einer der Nepalesen angesprochen hatte, standen nämlich sofort 30-40 Männer um uns herum und lauschten gespannt unseren Erzählungen über das hitlerlose Deutschland mit staatlichen, kostenlosen Schulen, müllfreien Straßen und verschiedensten Religionen.💬
Als wir dann am Donnerstag um 14:15 Uhr in Samjhana ankamen, holte uns unser Gastvater Chrishnat mit seinem Motorrad ab. Wir fuhren natürlich nicht mit ihm mit, sondern nahmen einen weiteren Bus. Mit diesem fuhren wir wiederum bis zur Endstation, die ziemlich genau vor unserem neuen Zuhause für 4 Wochen lag.🏠
Das Haus ist ein typisch nepalesisches Haus für mittelreiche Nepalesen. Im Erdgeschoss gibt es zwei Garagen, von denen eine zu einem Shop umgebaut wurde, in dem es Schulhefte und Stifte zu kaufen gibt.📚Im hinteren Bereich des Hauses und im ersten Stock lebt die Familie. Sohn(8J.), Nichte(6J.), Neffe(3J.), Frau(34J.), Schwägerin(25J.), Mutter und Vater von Chrishnat. Sein Bruder ist beim Militär und daher nicht zuhause. Es gibt hier 6 Schlafzimmer, 3 Toiletten(von denen eine auf dem Balkon und eine im Garten ist) und eine Küchenzeile im ersten Stock als auch eine separate Küche in einer kleinen Hütte im Garten. 🚰Fließend Wasser kann man nur draußen an einem kleinen Schlauch in einem von Backstein umrandeten kleinen Quadrat benutzen. In diesem Quadrat wird auch geduscht, zähnegeputzt und gewaschen. Nur leider endet die Steinmauer, die den Duschenden vor fremden Blicken schützen soll, bei Leonie und mir knapp unter Brusthöhe... Heute versuchen wir zumindest mal unsere Haare zu waschen, denn den Samstag haben wir jetzt als allgemeinen Duschtag auserkoren, da samstags keine Schule ist.
Die Schule gehört unserem Gastvater und befindet sich sozusagen direkt hinter unserem Haus im Garten. Das Schulgebäude ist nicht ganz fertig und sieht sehr traurig aus mit den Gitterstäben vor den Fenstern an Stelle von Scheiben und den grauen Betonwänden. Dafür sind die Kids alle sehr fröhlich und aufgeweckt, so dass zumindest zur Schulzeit das Gebäude lebendig wirkt.🌈
Unseren ersten Tag an der Schule, Freitag, haben wir erstmal damit verbracht, uns den Unterricht anzuschauen und den Kindern tausende Fragen zu beantwortet. Das Englisch ist bei den Dorfbewohnern sehr schlecht und mit der Kommunikation ist es noch ziemlich schwierig. Sogar mit den Lehrern, die ja eigentlich auf englisch unterrichten sollten. Zumindest die Schulbücher sind auf englisch und damit für uns verständlich.📖
Die Frauen aus unserer Familie sprechen mit uns nur Nepali und der einzige, der uns auf englisch antwortet, ist unser Vater, der übrigens auch Lehrer ist. Seine Frau und seine Schwägerin arbeiten auch an der Schule, sind aber nur für den Kindergarten (Nursery) bis zur 1. Klasse verantwortlich.

Wir drei schlafen alle zusammen in einem Zimmer, in dem es nur ein Bett gibt. Das Bett ist zu kurz für Leonie und mich, also schläft dort Feli und wir auf den Boden.🛏 Die erste Nacht war steinhart, kalt und von vielen Toilettengängen durchzogen, aber die Zweite, in der wir nicht mehr zu zweit unter einer Decke schliefen, sondern jeder eine hatten und noch drei Schichten Klamotten mehr an hatten, war angenehmer und vor Allem wärmer.
Unsere Gastfamilie ist sehr lieb und neugierig, alle fragen viel und sind offen für Neues. Und das Essen ist super lecker!! Vielleicht kochen wir nachher noch mit unseren Didis um ein bisschen zu lernen.😌
Ich bin gespannt, wie die nächsten Wochen so werden und was uns noch alles so erwartet!

02Januar
2018

Happy New Year🎉

Frohes Neues meine Lieben🍾
Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr!
Nachdem uns insgesamt 5 Voluteers vor und an Weihnachten verlassen haben, feierten wir Weihnachten ganz entspannt zu 12. in unserem neuen Volunteerapartment.🎄
Ja, das Volunteerapartment ist jetzt unser neues Zuhause. Ca. 5min Fußweg vom Kinderheim entfernt, hat eine Küche, zwei Bäder und 3 Schlafzimmer (4,4&6 Betten). Der Umzug vom alten Haus ins Apartment erfolgte schon am Freitag vor Weihnachten. Ich wohne jetzt im Sechsbettzimmer. Zu uns 4 Mädchenvaus dem alten Haus kamen noch Lucy (sie geht leider schon am Donnerstag...) und Mara (Leonies Schwester, die nur 3 Wochen zu Besuch da ist). Wir haben es uns hier richtig gemütlich gemacht und uns schnell eingelebt.🏡 Jetzt haben wir sogar einen Garten, den wir auch mit nutzen können. Wäre da nicht noch ein Problem gewesen.... das Wasser und der Strom. Ab und zu haben wir hier kurzzeitigen Stromausfall und die ersten 10 Tage wurde von unserem Nachbar. der mit im Haus wohnt, von 4 Uhr nachmittags bis morgens das Wasser abgestellt.🙄 Dann mussten wir draußen Wasser aus dem Brunnen pumpen und in Eimern rein tragen, damit man zumindest nachkippen kann, wenn man auf der Toilette war.🚽 Jetzt wissen wir aber, wie man das Wasser wieder anstellen kann. Unseren Müll müssen wir einmal in der Woche zum Kinderheim bringen, damit aller Müll vom Haus aus gesammelt abgeholt werden kann. Hier in Nepal sind die Müllabfuhren nämlich private Organisationen und müssen bei der Abholung bar bezahlt werden. Kein Wunder, dass Nepal ein Müllproblem hat, wenn der Großteil der Bevölkerung kein Geld hat, um den Müll abholen zu lassen.🚯
Und jetzt wieder zurück zu Weihnachten: Wir haben Heiligabend Pizza und Pasta beim Italiener gegessen und saßen anschließend alle zusammen bei Kerzenlicht, Glühwein und Keksen in unserem Zimmer.🕯 Haben die Weihnachtsgeschichte gelesen, Weihnachtsmusik gehört und unsere Wichtelgeschenke ausgepackt. Es war echt ein schöner Abend☺️
Am 25.12. hatten die Kinder dann frei und es wurde das Krippenspiel vorgespielt, Kekse verteilt und später noch gesungen und getanzt.💃🏼
Zwischen den Tagen hatten die Kids nochmal frei und schreiben jetzt seit dem 28.12. ihre Exams von dem dritten Block. Nepali, Mathe und Science haben meine Studyjungs schon hinter sich! Heute ist Computer dran und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Fach bei denen nicht so gut laufen wird...😅 ist aber auch verständlich, denn die Kinder hier haben, wenn sie Glück haben zumindest schonmal einen Computer gesehen, aber noch nie bedient, geschweige denn die Einzelteile kennen gelernt. Und in der Schule müssen sie jetzt fragen beantworten, wie: What is a CPU? What is a system Unit? What is a Motherboard? What is a Printer? Und so weiter und so weiter. Sie lernen theoretisch, wie man ein Wordprogramm bedient oder welche verschiedenen Input Bzw Output Devices es gibt. Naja vielleicht brauchen sie es ja irgendwann mal.🤷‍♀️
Unser Silvesterabend war ziemlich cool eigentlich, denn wir haben uns Nudeln mit Pesto gekocht und Lucas Marvin hat noch den Inhalt seines Weihnachtspäckchens (das am 29.12. ankam) zum Allgemeinverzehr bereit gestellt. Mir war schon um 11 ganz schlecht von den ganzen Marzipankartoffeln, die ich eine nach der anderen in mich rein geschaufelt hatte... aber dann ging es ja auch schon bald los nach Thamel.🎉 Dort wollten wir eigentlich in irgendeinen Club und ein bisschen feiern, aber die Straßen, Bars und Clubs waren so voll, dass wir uns um kurz vor 0 verloren und in zwei getrennten Gruppen auf das neue Jahr anstießen. Ich war bei der Gruppe dabei, die draußen geblieben ist und gestaunt hat, wie viele Nepalesen in der Nacht unterwegs waren, obwohl für Nepal das neue Jahr ja erst im April beginnt.👀
Für die ersten paar Wochen dieses Jahres ist noch ein 4 Tagesausflug in einen Nationalpark mit Anna geplant, die Kinder haben 10 Tage Ferien nach den Exams und dann geht’s am 14.01. für Leonie, Feli und mich schon für 4 Wochen nach Bardiya, ein kleines Dorf, wo wir Englischunterricht geben und hoffentlich das Dorfleben noch etwas besser kennen lernen können.😊 Da freue ich mich schon drauf!
Jetzt wünsche ich euch erstmal noch schöne erste Tage in 2018.
Bis bald👋

19Dezember
2017

Nepalesische Hochzeit und der mutigste Sprung meines Lebens

Hallöchen ihr Lieben! Es ist Bergfest!!💪 noch 99 Tage sind es, bis ich schon wieder nach Hause fliege!😍😪
Das macht mich zum einen traurig, aber ich freue mich auch schon sehr darauf, meine Freunde und Familie wiederzusehen.
In der letzten Woche hab ich viel erlebt und muss das einfach ein bisschen ausführlicher mit euch teilen:

Nachdem Anna, Leonie, Lu, Toni und ich am Freitagnachmittag auf der Dachterrasse Brändi Dog gespielt haben, uns mit unseren Didis unterhalten haben und ein bisschen rumgealbert haben, wurden wir von Binu Didi eingeladen, mit ihr in ihr Dorf zu der Hochzeit ihrer Nichte zu fahren.👰🏽
Es sollte Sonntag nach dem Frühstück los gehen und wir wären Dienstag wieder zurück. Zuerst dachten wir, es sei ein Scherz gewesen, bis sich dann Samstag herausstellte, dass sie es wirklich ernst meinte.🙆
Wir freuten uns alle riesig! Das einzige Problem war nur, dass Feli am Montag Geburtstag hat und eigentlich mit uns essen gehen wollte. Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns aber dafür, dass es eine einmalige Gelegenheit ist und Feli es uns auch nicht übel nimmt, wenn wir mitfahren.
Also gingen wir Samstag schlafen in dem Glauben, wir hätten am Morgen vor dem Frühstück noch genügend Zeit zum packen. Aber Pustekuchen...😅 um halb 6 stand Binu Didi vor der Tür und verkündete, die Abfahrtszeit sei um 6:30 Uhr.
Na dann raus aus den Federn, zur Toilette und schnell Schlafsack, Schlafanzug, Zahnbürste und Jacke einpacken, damit wir pünktlich um 6:15 Uhr am Neuen Haus eine Milch trinken und uns noch ein Brötchen kaufen konnten.🥛
Natürlich kam Binu mit ihrer Tochter Dikshya, ihrem Sohn Dipesh, ihrem Ehemann und dem Bruder ihres Ehemannes erst um 7 Uhr die Straße hoch gelaufen. Wir nahmen dem Bus vom Buspark um 8 Uhr und besorgten vorher noch ein Geschenk für das Brautpaar, Tassen und eine Thermobox.
Auf den engen Bussitzen mit unseren, im Vergleich zu dem, was die Familie mit hatte, viel zu großen Rucksäcken auf dem Schoß fuhren wir in Richtig des kleinen Dorfes Nuwakort, wo die Familie des Ehemannes in einer kleinen Lehmhütte wohnt.
Die Busfahrt war mal wieder abenteuerlich! Zunächst fuhren wir raus aus Kathmandu in die Berge, dort wurde die Straße erst so schlecht, dass alle in ihren Sitzen auf und ab hüpften und dann so schmal, dass wir jedes Mal, wenn ein Laster oder Bus von vorne kam, unwillkürlich die Luft anhalten mussten.🚌💨 Aber die Aussicht aus dem Fenster auf die mit Schnee bedeckten Berggipfel war wunderschön!
Nach ca. 4h Fahrt, auf der ohrenbetäubend laut irgendein nepalesischer Film lief, kamen wir an einer Polizeikontrolle vorbei. Wir wurden angehalten. Dort sollten wir 2h warten, bis es weiter gehen konnte...während wir im Bus saßen, kamen mehrere kommunistische Protestgruppen an uns vorbei. Und jedes 2te Motorrad oder jeder 2te Roller hatte eine kommunistische Flagge mit aufgedruckten Hammer und Sichel oder einer Sonne.☀️ Ironischerweise hat die „Sonnen Partei“ eine Sonne als Zeichen und das hinduistische Symbol für die Sonne sieht genau so aus wie (wie viele ja wissen) das Harkenkreuz der Nazis. Also zogen an uns die Fahnen mit Harkenkreuz und Hamma und Sichel friedlich nebeneinander vorbei.🏳️
Früher als gedacht fuhren wir dann aber doch schon wieder weiter. Nur blöd, dass Dikshya und ihr Vater gerade den Bus verlassen hatten um noch auf die Toilette zu gehen....🤷‍♀️ ohne die beiden fuhr der Busfahrer unbeirrt den Hügel hinauf. Diksha und ihr Vater mussten uns nachrennen. Doch erst nach einer ganzen Weile und viel Protest unserer Didi hielt der Bus an, damit die beiden einsteigen konnten.
Als wir dann endlich nach ca. 6h Fahrt auf dem kleinen Dorfplatz ankamen, waren wir voller Vorfreude und sehr gespannt, was uns erwarten wird! Zunächst liefen wir noch etwa 15 min den Berg hinunter und kamen schließlich an einer kleinen Lehmhütte an, die kaum größer war als unser 6er Zimmer im Kinderheim.🏡 Es gab zwei Räume. In dem einen wurden Töpfe und Nahrungsmittel gelagert und in der Ecke brannte ein kleines Feuer zum Kochen. Für die Hochzeit am nächsten Tag wurde allerdings draußen gekocht und Gemüse geschnitten.
In dem zweiten Raum stand ein Bett, ca. 140cm breit und eigentlich bestand es nur aus einer erhöhten Holzplatte. Dieser Raum war ca. 9 Quadratmeter groß, einhielt noch eine mittelgroße 2cm dicke graue Matte und wurde durch eine nackte Glühbirne beleuchtet. Es gab ein kleines Fenster.
Ein Waschbecken, geschweige denn Dusche gab es nicht. Das kleine Häuschen mit dem Stehklo war vor dem Haus und so niedrig, dass wir großen europäischen Mädchen uns bücken mussten um überhaupt durch die Tür zu gelangen.🚽
Fließendes Wasser gab es nur an einem 100m entfernten Wasserschlauch, durch den Wasser aus einem Fluss geleitet wurde.
Wir großen Mädchen mit unseren großen Rucksäcken hatten ohnehin schon den ganzen Tag die Aufmerksamkeit auf uns gelenkt, aber hier war es wohl am Höhepunkt angelangt. Wir setzten uns auf die Kante vor dem Haus und mindestens 10 Leute standen um uns herum und glotzten uns an, als seien wir eine Attraktion im Zoo. Wir versuchten mühselig heraus zu finden, wer jetzt in welchem Bezug zu wem steht und wer mit wem verwand ist. Aber so richtig klappte das nicht, da natürlich auch nur wenige englisch sprechen konnten.
Uns klebte ab der ersten Minute ein kleines stark geschminktes Mädchen mit einem schicken Kleidchen und hochhackigen Schuhen an den Hacken und wollte uns nicht mehr alleine lassen. Sie konnte kein Wort verstehen, was wir sagten, aber das störte sie nicht. Munter laberte sie uns auf Nepali voll und folgte uns überallhin. Sie war aber wirklich süß!
Wir packten unsere Sachen in das kleine Schlafzimmer und machten uns auf Umgebungserkundung.🏔
Der Mann unserer Didi, wir und die Kinder (Dikshya, Dipesh, das kleine geschminkte Mädchen und ihre kleine Freundin) liefen auf den engen Trampelpfaden durch die Treppenfelder. Wir begegneten immer wieder neugierigen Dorfbewohnern mit Ziegen oder Wasserkrügen Bzw Erntekörben auf dem Kopf. Der Ausblick war wunderschön und wir sahen traumhaft schön die Sonne hinter den grünen Hügeln untergehen.🌄
Nach Sonnenuntergang, unsere Mägen knurrten schon vor Hunger, gab es dann endlich Essen! Es gab Selrori mit Kichererbsen, Blumenkohl und Reis. Für die Familie (wir sind alle Vegetarier) gab es frisches Hühnchen, welches kurz vor dem Kochen erst vor unseren Augen geschlachtet wurde.🍗
Nach dem Essen, bei dem wir übrigens auch von allen angestarrt wurden, wurde dann unser Bett hergerichtet. Wir sollten alle 5 auf der dünnen grauen Matte auf dem Boden schlafen, Dikshya, Dipesh, ihre Mutter, dessen Schwester und ihre Tochter sollten in dem Bett bzw auf den Reissäcken davor schlafen.
Erstaunlicherweise passte das ganz gut. Wir sorgten auch nochmal für Aufsehen, als wir unsere bunten Schlafsäcke auspackten. Wie ein Regenbogen lagen wir dann da nebeneinander in Gelb, Blau, Rot oder Grau und jeder kam nochmal zu Tür herein um uns anzustarren.
Wir entschieden uns einfach das nächtliche Treiben der anderen Gäste (es waren insgesamt ca. 30 Leute an dem Abend im und ums Haus verteilt) zu ignorieren. Die kleine Glühbirne im Zimmer brannte die ganze Nacht, die Tür stand stets offen und draußen wurde in Dauerschleife immer das selbe Lied gesungen und mit Trommel begleitet. Zwischendurch kam auch immer mal ein Huhn ins Zimmer stolziert oder irgendjemand holte ein neues Bier unter dem Bett hervor. Kurzum, die Nacht war hart und laut! Denn der Gesang draußen hörte und hörte nicht auf! Die meisten der Gäste haben durchgemacht. Einige legten sich dann morgens um 5:30 Uhr, als wir aufstanden, noch für 1-2h hin....
Für uns begann der Tag mit packen, denn der Raum wurde ja tagsüber für andere Sachen benutzt. Dann ging es auf einen Morningwalk! Dieser sollte, wie sich nach 30min Wanderung herausstellte, auf den nahegelegenen Hügel hinauf gehen, von wo aus man einen perfekten Blick ins Tal und auf die umliegenden Schneegipfel haben sollte.🏔 Doch ganz bis oben schafften wir es dann nicht. Dikshya, das kleine Mädchen und Dikshyas Cousine hatten nämlich ihre Festtagschuhe an, in denen ICH nie im Leben überhaupt wandern gehen würde!!👠
Auf dem Rückweg aßen wir um 9 Uhr zum Frühstück Kartoffeln mit Kichererbsen und einen Doughnut (für 10NRS) in einem kleinen Staßenladen mit Panoramablick. Das war echt lecker!
Zurück am Häuschen angekommen, machten wir es uns draußen auf einer Matte gemütlich und genossen einfach noch ein bisschen den Tag.
Ab 12 Uhr trudelten dann Gäste aus dem ganzen Dorf ein. Die Frauen trugen hauptsächlich schicke rote Saris und die Männer Anzug. Binu und ihre Familie hatten übrigens schon seit Sonntagmorgen ihre Festkleidung an.
Nachdem der Bräutigam mit seiner Familie und Freunden der Familie angekommen war, versammelten sich alle vor der Lehmhütte und warteten gespannt auf die Braut. 👰🏽
Diese wurde stark geschminkt, mit einem rotgrünen Schleier vor dem Gesicht und einem wunderschönen roten Sari von Binu durch die Menschenmenge zu der mit Bambusästen eingezäunten Traustätte geführt (es waren mittlerweile so 50 Gäste anwesend).
Die Bambusäste steckten in einem Viereck ausgerichtet im Boden und waren mit Girlanden aus Blättern, Blumen und Früchten verbunden. In der Mitte brannte ein kleines Feuer. Die Braut musste zunächst 3 mal das Viereck umrunden und sich dann neben ihren zukünftigen Ehemann auf ein niedriges Holzbett setzen. Sie sah so unglücklich aus...so passiv...wie sie so starr auf ihre mit Henna verzierten Hände starrte...😔
Die Hochzeit war nämlich von den Eltern arrangiert. Die beiden „Verliebten“ hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie zuvor gesehen. Für uns europäische Mädchen völlig unvorstellbar, doch hier scheinbar etwas ganz normales. Auch, dass die Braut 20 und der Bräutigam mindestens 35 war interessierte keinen. Die Hochzeit dient hier nur dem Zweck. Er sorgt für sie, sie sorgt für ihn und gemeinsam werden sie Kinder haben, damit die Familie eine nächste Generation hat.
Die meisten akzeptieren diese Tradition und sind sogar der Meinung, dass es besser ist, wenn ihre Eltern den Ehepartner aussuchen, weil diese mehr Erfahrung haben.
Trotzdem war es sehr traurig, als die Braut am Ende des Tages auf einem stählernen Sitz von den Männern ihrer Familie davon zum Haus ihres Ehemannes getragen wurde. Sie hat bitterlich geweint und auch die Mutter und andere Frauen sind vor Trauer zusammen gebrochen. Sie fängt jetzt ein neues Leben an. Ohne ihre Mutter, ohne ihre Familie und sie weiß genau, was ihr in dieser Nacht noch bevorstand.
Die Stimmung war aber nur zu dem Zeitpunkt etwas beklommen. Ansonsten wurde nämlich getanzt, gegessen, getrunken und gefeiert, als wäre es der schönste Tag in ihrem Leben. Nur das Brautpaar selber hielt sich zurück. Nach dem Eheritual, bei dem sie sich am Ende gegenseitig eine Blätterkette um den Hals hängten, saßen die Beiden wieder auf dem Bett, nahmen ihre Geschenke (hauptsächlich Vasen) und die Tika entgegen. Die Gäste wuschen ihre Füße und steckten der Braut oder dem Bräutigam Geld zu.💸📿
Das Festtagsessen war Reis mit Erdnüssen, Rosinen, Datteln und Kokosnuss; dazu gab es gekochten Blumenkohl, Kichererbsen und Pikels. Und das absolute Highlite war der Litschisaft, der uns alle 5 min nachgeschenkt wurde.😍 Wir hatten schon Angst, die ganze Nacht auf Klo zu müssen.😅
Gegen Abend, als das Ehepaar und die Familie des Ehemannes nach Hause gegangen waren, tanzten die Cousins und Cousinen des Mannes von Bunu noch ausgelassen zu den neusten nepalesischen Liedern und brachten uns nepalesisches Tanzen bei.💃🏼 Nepalesen haben den Hüftschwung einfach angeboren! Wir fühlten uns alle etwas unterlegen mit unseren gezwungenen, steifen Bewegungen zur lauten Musik.
Irgendwann wurde für uns das kleine Schlafzimmer geräumt, wir betrachteten den spektakulären Sternenhimmel mitten im nirgendwo und machten es uns wieder in unserem Schlafsäcken auf dem steinharten Lehmfußboden gemütlich.🛌🌌
In dieser Nacht war zumindest das Licht aus und die meiste Zeit die Tür zu, doch dafür war die Musik draußen um so lauter! Ein weiteres Mal machte der Großteil der Festgesellschaft die Nacht durch.
Wir durften am nächste morgen aber immerhin ausschlafen. Erst gegen 8 Uhr wurden wir von den Kindern geweckt. Wir frühstückten die Reste vom Vortag und schauten noch zu, wie alle Männer der Familie und anschließend ihre Frauen eine Tika bekamen. Dann brachen wir so gegen kurz nach 9 Uhr auf, denn der Bus sollte um 10 Uhr auf dem Marktplatz los fahren. Schnell noch einen Donut für die Fahrt und los ging es.🍩
In dem völlig überfüllten Bus quetschten wir uns zu 7. in die letzte Reihe. Im Gang standen noch diverse Leute als auch Milchkrüge und Rucksäcke herum. Wir hatten kaum Platz für unsere Beine. Unsere Rucksäcke hatten wir zum Glück in den verstaubten Gepäckraum des Busses gepackt.🚌
Schlaflos und mit schmerzenden Knien verbrachten wir dann 6,5h in diesem stickigen Fahrzeug, bis wir um 17 Uhr wieder im Haus waren.
Dort angekommen ging es direkt wieder los nach Thamel. Felis Geburtstag nachfeiern.🎉
So lange durfte der Abend für mich aber nicht gehen, denn am nächsten morgen um 5 Uhr stand schon das nächste Abenteuer an!
Um 5:15 Uhr nahmen Laura, Mattis, Lasse und ich ein Taxi Richtung Thamel, wo wir dann in des Bus zum Last Resort einstiegen. Die Busfahrt war für nepalesische Verhältnisse relativ entspannt und dauerte auch nur 4h.
Heute stand der mutigste Sprung meines Lebens an! 🙆Schon als wir die Brücke nur betraten und 300m tief in die Schlucht hinunter schauten hatten wir alle schon zittrige Knie. Auch den anderen war der Respekt vor der Höhe deutlich anzumerken. Nach einer kurzen Einführung wurden wir gewogen und nach Gewicht in zwei Gruppen eingeteilt. Lasse und ich waren in der ersten Gruppe, aber die anderen waren auch schon mit auf der Brücke, da diejenigen, die The worlds highest Canyon Swing machen wollten auch in der ersten Gruppe sind.
Da standen wir also...blickten immer wieder in die Tiefe und warteten gespannt, bis der Erste springt. Der Schwerste war zuerst dran mit dem Bungysprung. Ich atmete schon durch, dass ich erst so im Mittelfeld dran sein sollte, aber wie man Nepal schon kennt, wurde ich natürlich entgegen aller Erwartungen als nächste aufgerufen. Ich war nämlich die einzige, die nur die Swing gemacht hat und nicht noch den Bungysprung. Jetzt war ich also die erste, die an dem Seil für den Sprung an der Schaukel fest gemacht wurde. Da war ich sogar noch relativ ruhig und machte noch Späße mit dem ca. gleichalterigen Engländer, der nach mir den Bungysprung machen sollte. Doch das änderte sich so plötzlich als ich vorne an der Kante stand und der Guide anfing bis 3 zu zählen. Ich hatte Todesangst sag ich euch!
Ohne zu zögern und überhaupt ohne genug Zeit zu haben wirklich zu realisieren, was ich hier gerade mache, sprang ich auf Kommando in die Luft. Mir Verschuldung es die Stimme. Ich konnte erst schreien, als der endlos erscheinende freie Fall zu Ende war. Das Gefühl ist unbeschreiblich!✈️ Ich genoss es dann noch den anderen von unten zuzuschauen.😊
Anschließend gab es Nudelsalat, Pommes und Gemüse zum Essen!😍 So gegen 15/16 Uhr ging es dann auch schon wieder zurück nach Kathmandu.
Die folgenden Tage verliefen unspektakulär. Wir lernen mit den Kindern im Moment für die Exams nächste Woche und haben Sonntag Plätzchen für alle zu Weihnachten gebacken.🍪
Jetzt müssen wir nur noch das kleine Krippenspiel bis zum 25.12. einstudieren und dann sind wir perfekt vorbereitet auf Weihnachten in Nepal.🎄🇳🇵
Ich wünsche euch allen eine wundervolle Weihnachtszeit, friedliche Festtage und einen guten Start ins neue Jahr 2018🎉

07Dezember
2017

Weihnachtszeit, Ferien und Klosterbesuch

Frohe Vorweihnachtstage euch allen!🎅🏼
Hier ist es mittlerweile auch kalt geworden, die Kinder haben schon Mützen auf, die Tage zählen nur noch gute 10h und wir Volunteers sitzen jetzt immer öfter abends zusammen, schauen Filme, spielen Spiele, trinken Tee und hören Musik. Ein wenig warme weihnachtliche Stimmung kommt dann schon auf.❤️
Vom 24.11. bis zum 27.11. hatten die Kinder ja frei und wir haben tatkräftig versucht alle Kinder gleichzeitig mit einem Fußball- oder Völkerballturnier Bzw. einer Miniolympiade zu beschäftigen. Das funktionierte mal ganz gut und mal eher nicht so, denn oft scheitert es bei dieser Menge an aufgedrehten Kindern schon an der Gruppeneinteilung...🙄 Aber unser kleiner Auftritt in einem nepalesischen Musikvideo war ein voller Erfolg!🎬 Das Video ist sogar schon seit gestern online und ist gar nicht mal soo schlecht geworden, wie wir alle vermutet haben...(wer den Link dazu haben möchte, kann mich gerne anschreiben)😊
Lucy und ich waren dann am Dienstag im Pashupatinath, einer der hinduistischen Hauptverbrennungsstätten am heiligen Fluss Bagmati. Dort haben wir uns mehrere Zeremonien angesehen und die Aufbahrung als auch die Verbrennung von der gegenüberliegenden Seite des Flusses beobachtet.⛩ Es war ein sehr ergreifendes Gefühl. Der Geruch von verbranntem Fleisch lag in der Luft und ein wenig beklommen nahmen wir das Spektakel so in uns auf. Dies brachte uns zum Nachdenken und warf das Thema „Tod“ auf...es war ein sehr spannender Ausflug. Wir spazierten noch ein wenige durch die Tempelanlagen und aßen auf dem Rückweg noch ein nepalesischen süßen frittierten Teigtaler mit Kümmel, der im Übrigen gar nicht so schlecht schmeckte.😌🥧
Am Mittwoch war dann Tabeas Geburtstag, an dem wir mittags Waffeln essen waren und ihr einen Kinogutschein geschenkt haben.
Donnerstag sind wir (der Großteil der Mädchen) zusammen ins Kino zu „Coco“ gegangen. Das war eine tolle Aktion!😍 Der Film war schön, das Karamellpopkorn einfach nur göttlich und das Kino war wunderschön. Das Kino hatte 5 Säle, sehr saubere Toiletten und befand sich in deinem Einkaufszentrum. Als ob wir noch nie ein Einkaufszentrum gesehen hätten, liefen wir durch die breiten Flure und staunten, als wir sogar einen echten Zara entdeckten! Das werden wir wohl nochmal wiederholen müssen, denn das beste an der ganzen Sache war, dass ich für Busfahrt (Hin und Zurück), einen Vegetarischen Wrap, eine Tüte Karamellpopkorn und den Kinoeintritt nur weniger als 6€ gezahlt habe.😱💸
Freitag war Ruhetag.
Samstag packte uns dann das Weihnachtsfieber und wir gingen da tatsächlich auf einen Weihnachtsmarkt. Dieser erinnerte jedoch bei 20 Grad, blauen Himmel, Sonnenschein und fröhlich bunten Farben auf der grünen Wiese eher an ein Frühlingsfest.🌺 Es war aber trotzdem schön! Wir probierten uns von Honig über Kekse bis hin zu Zuchinibrot durch alle Stände durch, kauften Kuchen und hörten Weihnachtsmusik über die mitgebrachte Box. Anschließend waren wir noch zum Abschied von Ben essen. Wir mussten über 1,5h auf unser Essen warten...aber mit Kartenspielen und Reden vertrieben wir uns ganz gut die Zeit.💬🃏
Und dann war schon der erste Advent! Nachdem wir unsere Hände zum Anlass von Lauras Geburtstag über und über mit Henna vollgemalt, eine Mangotorte gegessen und noch ein bisschen geschlafen hatten, gingen wir am Abend im Himali Kitchen essen. Die meisten von uns bestellten Dal Dedo, das ist genau wie Dal Bhat, nur, dass man an Stelle des Reises eine graubraune kneteähnliche Masse aus Buchweizen zum Gemüse und Dal serviert bekommt.🍛
Montag war ich mit Janina in Thamel und hab mein Wichtelgeschenk besorgt und dann haben wir uns spontan entschieden von Dienstag auf Mittwoch in einem Kloster zu übernachten.
Luisa, Janina und ich machten uns also Dienstagmorgen nach dem Frühstück auf den Weg zum Namo Buddha Kloster. Wir waren 2h mit dem Bus und dann ca. 4h zu Fuß unterwegs, bis wir die wunderschöne mitten in den Bergen gelegene Klosteranlage erreichten.⛩ Zunächst nahmen wir am Abendgebet Teil. Wir genossen die atemberaubende Stimmung in dem mit goldenen Buddhastaturen, Mandalas und Holzschnitzereien verzierten Gebetsraum, wo die jungen Mönche (im Alter von ca. 12-30 Jahren) auf bunt verzierten Teppichen an kleinen roten Holztischlein saßen und ihre Gebete in Form von Gesagt vortrugen.🧘🏾‍♂️📜 Es gab für die Gläubigen Brot und Tee und zwischendurch erfüllte der Klang einer großen metallnen Trommel oder Blasinstrumenten den Saal.
Um 18 Uhr gab es dann mit allen Mönchen und anderen Besuchern zusammen Abendessen. An den kleinen Holztischen in dem schwarz-weiß gefliesten Raum aßen wir aus silbernen Metallschüsseln eine Nudelsuppe mit selbstgemachten Nudeln, Linsen und Bohnen.🍲 Es schmeckte köstlich!
Nach dem Essen nahm ich dann die zweite warme Dusche hier in Nepal! Einfach nur traumhaft mal warmes Wasser zu haben!🚿
Am Morgen nach einer Nacht in einem weichen warmen Bett genossen wir den feuerrot leuchtenden Sonnenaufgang hinter den Bergen von der Dachterrasse aus.🌄
Wir gingen wieder zum Gebet, welches um 6 Uhr gestartet hatte, und aßen zum Frühstück mit den Mönchen Hefedampfnudeln mit Linsen-Kartoffel-Suppe und Buttertee (Milch mit Fett). Zum Nachschlag boten mir ein paar von den jüngeren Mönchen sogar Nussnugatcreme zu den Teigklößen an.😍 Da hab ich natürlich nicht nein gesagt. Es schmeckte, als würde man süße Nudeln mit Nutella essen.
Nach dem Frühstück entspannten wir noch ein Weilchen in dem sauberen Klosterzimmer mit Panoramablick, bis wir dann gegen 11 Uhr wieder den Rückweg antraten. Am liebsten wäre ich für immer an diesem friedlichen Ort geblieben...
Wir liefen auch an diesem Tag wieder eine sehr schöne Strecke zurück nach Panauti, wo wir so gegen 14:30 Uhr den Bus zurück ins verstaubte Kathmandu nahmen.🚎
Nachdem wir dann zurück im Haus waren und unsere Sachen ausgepackt hatten, ging es schon direkt wieder weiter ins OR2K zum Essen mit fast allen Volunteers. Ein perfekter Abschluss für diesen tollen Tag!😍
Heute (Donnerstag) sind die Wahlen in Kathmandu. Die Kinder haben frei und in der ganzen Stadt dürfen keine Autos fahren. Wir durften auch das Grundstück mit den Kindern nicht verlassen, da es zu gefährlich sei, heute auf die Straße zu gehen. Vor zwei Tagen hatte schon eine selbstgebaute Bombe drei Menschen schwer verletzt...
Also haben wir die Kids hier im Haus beschäftigt. Wir haben gemalt und eine SHN(Self-Help-Nepal) Talentshow veranstaltet.💃🏼 Es wurde natürlich hauptsächlich getanzt!
Morgen und übermorgen haben die Kinder auch noch frei und dann beginnt ab Sonntag wieder der Alltag.
Bis bald meine Lieben und genießt die Weihnachtszeit im kalten Deutschland.😊❄️

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